Viele kennen die Porzellanfabrik Wilhelm Jäger aus Eisenberg bis heute als Hersteller des beliebten Strohmuster-Dekors. "Jägermuster" nennt es mancher sogar.
Weniger bekannt ist, dass die Firma in den 20er und 30er Jahren exquisites
Art-Deco-Geschirr produzierte. Eine kleine Privat-Sammlung in Eisenberg will das ändern. Sie widmet sich seit 2021 den modernen Tafel-Service-Entwürfen von Wilhelm Jäger aus den Zeit der Weimarer
Republik.
Jetzt schon vormerken:
13. September 2026
Tag des offenen Denkmals - 13:30 bis 17 Uhr - Eintritt frei
Gern können Sie Ihr Lieblingsporzellan oder ein Foto davon zum Fachsimpeln mitbringen.
Zu sehen gibt es am Tag des offenen Denkmals auch die jüngste Neuerwerbung der Sammlung: Ein Teeservice der Form 809 der Firma "Wilhelm Jäger" Eisenberg, produziert ca. 1930 und anschließend exportiert in die Niederlande. Das damals hochmoderne Dekor wurde per Handmalerei aufgetragen. Nach wie vor ist nicht geklärt, wer die Formenreihe und die darauf abgestimmten Dekore für die Eisenberger entwarf.
Weltweit existieren nur sehr wenige große Glockenspiele aus Porzellan. In der Stadt Eisenberg wurde 2024 ein solches „wiederentdeckt“. Das besondere: Es stammt nicht aus der Staatlichen Porzellan-Manufaktur Meissen, sondern wurde 1930 in der Stadt selbst gefertigt von der ansässigen Porzellanfabrik „Wilhelm Jäger. In unserer Broschüre erfahren Sie mehr ...
Wir laden Sie ein auf einen Rundgang zu den Original-Standorten der Porzellanproduktion in Eisenberg.
Besuchen Sie online oder zu Fuß die ehemaligen Gelände von Porzellan-Fabriken und Malereien der Stadt. Die historische Route war 2025 der Beitrag des ART DECO-Museums zum Tag des Thüringer Porzellans.
Wer kaufte nach dem Ende des 1. Weltkrieges modernes Porzellan? Wo fand die Firma Wilhelm Jäger Absatzmärkte für ihre neuen Entwürfe? Konnte sich ein "normaler" Haushalt ein opulentes Tee-Service in Zeiten der Hyperinflation überhaupt leisten? All diese Fragen beantwortet die Ausstellung "Eisenberger ART DECO".
Sie ist wohl die berühmteste "Eisenbergerin" und in ganz Mitteleuropa bekannt: "740/3" - die Teekanne mit Strohmuster-Dekor von Wilhelm Jäger. Auch sie ist ein Entwurf aus den 20er Jahren und damit Teil der Ausstellung. Allerdings: Dekoriert wurde "740/3" in den Goldenen Zwanzigern natürlich mit Goldrand.
Ende der 1920er Jahre kam das Bauhaus auch nach Eisenberg: Der Architekt Paul Schraps entwarf zwei große Wohnhäuser für eine ansässige Wohnungsgenossenschaft. Die Ausstellung geht der Frage nach, ob auch die Porzellane von Wilhelm Jäger Eisenberg vom nahen Weimar aus beeinflusst wurden.
Eisenberger Familien
Stadtarchiv der Stadt Eisenberg
sowie
Kulturförderung des Saale-Holzland-Kreises - Projektförderung -
Kunst- und Kulturpreis des SHK 2023 -
in Zusammenarbeit mit Sparkasse Jena
Ein Projekt von Nicole Schäufler